Voraussetzungen

  1. Interesse und Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit anderen Lebensbedingungen und Lebensumständen, sowie einer anderen Religion Wenn Sie ein Gastkind aufnehmen, kann es speziell in der Anfangszeit auf beiden Seiten zu Verwunderung kommen. Tagesabläufe gestalten sich anders, Wohnverhältnisse sind neu und der Prozess des Ankommens möchte gemeinsam erarbeitet werden
  2. Die Möglichkeit dem/der Jugendlichen Wohnraum zur Verfügung stellen zu können Wenn sie ein freies Zimmer haben, ist das für den/die Jugendliche natürlich besonders angenehm, es ist jedoch keine zwingende Voraussetzung. Es ist auch möglich, dass das Gastkind gemeinsam mit einem leiblichen Kind im Zimmer schläft. Wichtig ist es jedoch, dass alle Familienmitglieder ausreichende Rückzugsmöglichkeiten finden.
  3. Physische und psychische Belastbarkeit Da Sie eine anspruchsvolle Aufgabe übernehmen, ist es wichtig, dass Sie sich psychisch dazu in der Lage fühlen und auch körperlich keine gröberen Leiden haben, die Sie an der Ausübung dieser Aufgabe hindern würden. Sollten Sie jedoch später erkranken oder eine weitere Betreuung nicht möglich sein, werden wir gemeinsam eine Lösung erarbeiten.
  4. Ausreichende zeitliche Verfügbarkeiten, um sich mit dem/der Jugendlichen beschäftigen zu können Aller Anfang in einem neuen Land ist schwer und deshalb brauchen Jugendliche gerade zu Beginn etwas mehr Zeit und Aufmerksamkeit, um sich in Österreich/Wien gut zurecht zu finden. Wichtig ist, dass Sie die Zeit finden, dem/der Jugendlichen Hilfestellungen zu leisten, das eine oder andere Mal Zeit haben mit ihm/ihr zu lernen und insbesondere auf Deutsch zu kommunizieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie nicht gleichzeitig berufstätig sein können. Auch der/die Jugendliche hat eine Tagesstruktur und ist nicht immer zuhause.
  5. Bereitschaft eine/n Jugendliche/n nicht nur vorübergehend aufzunehmen und zu begleiten Sie sollten bereit sein den/die Jugendliche/n bis zur Volljährigkeit zu betreuen und zu begleiten. Es soll sich bei der Unterbringung in einer Gastfamilie nicht nur um eine vorübergehende Lösung handeln. Sollte es zu unüberwindbaren Differenzen kommen, kann das Gastfamilienverhältnis auch bereits vor der Volljährigkeit aufgelöst werden. Wir sind Ihnen als Gastfamilie in diesem Fall behilflich.
  6. Finanzielle Absicherung Sie müssen als Eltern/als Familie in der Lage sein sich selbst zu erhalten und dürfen nicht auf staatliche Unterstützung (Bedarfsorientierte Mindestsicherung) angewiesen sein. Das bedeutet nicht, dass Sie ein Einkommen in einer gewissen Höhe haben müssen, sondern, dass sie mit dem Geld, das Sie monatlich zur Verfügung haben, auskommen. Um das Gastkind zu finanzieren, erhalten Sie von uns eine monatliche finanzielle Unterstützung. Sie müssen mit Ihrem Einkommen das Gastkind somit nicht mitfinanzieren.
  7. Keine Vorstrafen Alle Familienmitglieder über 14 Jahre, die im gemeinsamen Haushalt leben, müssen unbescholten sein. (Strafregisterauszug)
  8. Annähernd natürliche Familien-Alterskonstellation Es gibt weder nach oben noch nach unten fixe Altersgrenzen. Es kann sein, dass Sie noch etwas zu jung sind, um aus der Perspektive des/der Jugendlichen eine elternähnliche Autoritätsfunktion zu übernehmen. Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie schon eher als „Gastgroßeltern“ zu gelten hätten, ist dies nicht grundsätzlich ein Hinderungsgrund, so lange Sie gesund sind und sich der Aufgabe gewachsen fühlen.
  9. Abgeklärte Bereitschaft der weiteren Familienmitglieder zur Aufnahme eines/einer Jugendlichen in die Familie Natürlich sollten alle Familienmitglieder damit einverstanden sein, ein neues Familienmitglied aufzunehmen.
  10. Bereitschaft eine Vorbereitungsschulung zu absolvieren Die Schulung dauert drei Tage. Als Paar ersuchen wir Sie die Schulung nach Möglichkeit gemeinsam zu besuchen. Einerseits erhalten Sie wertvolle Informationen und andererseits können Sie sich auf diese Art gemeinsam auf Ihre neue Aufgabe vorbereiten.
  11. Bereitschaft am Betreuungs- und Begleitprozess des Gastfamilienprojektes mitzuwirken Wenn Sie ein Gastkind aufnehmen, werden Sie durch MitarbeiterInnen unseres Projekts bei Ihrer Aufgabe begleitet. Das bedeutet, dass wir je nach Bedarf zu Ihnen kommen, um die gemeinsame Entwicklung zu besprechen, und dass wir uns austauschen, ob Sie oder das Gastkind Unterstützungsbedarf haben.

Die Eignung als Gasteltern wird durch die MAG ELF – Amt für Jugend und Familie – überprüft. Hierzu wird mit Ihnen ein sozialarbeiterisches Gespräch geführt und ein Hausbesuch gemacht. Die finanzielle Selbsterhaltungsfähigkeit und das Strafregister werden überprüft. Wenn die MAG ELF Ihre Eignung festgestellt hat, dürfen wir Ihnen einen Vorschlag zum Kennenlernen eines/einer Jugendlichen machen. Bevor Sie die Eignungsfeststellung bei der MAG ELF durchlaufen, führen wir gerne mit Ihnen ein Gespräch und beantworten offene Fragen.